Meine Zukunft und eine Zugfahrt durch Deutschland: Eine Allegorie
6.01.2020: Im Zug irgendwo auf halber Strecke zwischen Berlin und Köln. Die Mitte Deutschlands scheint im Vorbeifahren doch recht trist und einfallslos. Lauter Einfamilienhäuser mit nichtssagenden Vorgärten und verlassene Aral Tankstellen. Hinzukommt die Tatsache, dass ich mit dem Blick entgegen der Fahrtrichtung sitze wodurch es so scheint als würde mir die gesamte Szenerie nach und nach entgleiten. Und während die Frau mir gegenüber „Saphirblau“ von Kerstin Gier liest, ziehen Städte wie Hannover und Bielefeld an mir vorbei und ich hänge mal wieder in einer Schleife aus Melancholie, Zukunftsängsten und Prokrastination. Die Melancholie lässt sich hierbei einfach erklären: Zugfahrten im Winter, lauter verlassene Bahnhöfe, der graue deutsche Vormittagshimmel und dazu Fleetwood Mac auf den Ohren. Die Zukunftsängste und das Prokrastinieren sind hingegen grundlegende Eigenschaften, die zu der Rolle einer mittzwanzigjähringen Studentin dazu gehören, wie schlechter Filterkaffee zum ...